Der Papa war zu Besuch, die Geschenke für die Kleine lagen unter dem Baum und sie war völlig aus dem Häuschen. Mit roten Wangen wurden die Päckchen geöffnet, jedes Geschenk mit einem Strahlen begrüßt. Auch der Papa freute sich über den von seiner Tochter überreichten Bilderrahmen mit Foto.
Vor dem Essen alle zusammen noch einige Runden mit dem neuen Spiel (Geistertreppe) gespielt, danach gemütliches Fondue und abschließend noch lange zusammen gesessen und geratscht.
Eigentlich so wie früher (in glücklichen Zeiten) - richtig schön.
Und trotzdem bereue ich den Weg nicht, den ich gegangen bin - ich blicke nicht mit Wehmut zurück. Doch ich hoffe, daß es in Zukunft gemeinsam als Eltern immer so gut läuft, auch wenn wir keine Beziehung mehr haben.
Gestern habe ich einen weiteren unschätzbaren Vorteil meines Singlelebens kennengelernt: zum ersten Mal seit 18 Jahre konnte ich mir "Sissi" ganz in Ruhe ansehen ;-).
Keiner, der blöde Bemerkungen zwischendurch machte, ganz im Gegenteil: meine Tochter, obwohl hundemüde, saß ebenfalls völlig gebannt vor dem Fernseher, hin und wieder kleine Verständnisfragen ("Mama, warum reden die so komisch?"), ansonsten völlige Faszination. Und ihren derzeitigen Berufswunsch Feuerwehrfrau zu werden, hat sie aufgegeben; stattdessen will sie später das Prinzessinenhandwerk erlernen *ggg*.
Als sie dann endlich im Bett war, habe ich gemütlich im Gammellook noch eine Flasche Wein gepichelt und es mir gutgehen lassen.
SingleMama - 2005.12.25, 11:14
Alltäglicher Wahnsinn
Ich wünsche Euch allen schöne, ruhige und besinnliche Weihnachtstage.
Lasst es Euch gutgehen.
... und vor allem: habt Euch alle lieb ...

SingleMama - 2005.12.24, 09:10
Alltäglicher Wahnsinn
... und jetzt hoffe ich, daß zu mir heute dieses nette Christkind kommt ...

SingleMama - 2005.12.24, 09:05
Amüsantes
Dorfleben I
Ich leb ja hier in einem Kuhkaff im Kreis Kleve mitten auf dem Land. Etwas abseits der übrigen Bevölkerung bewohne ich zusammen mit meiner Tochter ein Haus, freistehend im Feld. Schaue ich also aus dem Fenster sehe ich nur Felder und Wald.
Und das ist gut so.
Dorfleben II
Der Garten meines nächsten Nachbarn grenzt an meinem an (das Haus steht glücklicherweise knapp 30 Meter davon entfernt, so können wir hier Krach machen ohne Ende). Am Ende seines Gartens, also direkt neben mir, steht ein Hühnerstall, voll besetzt mit glücklichen Hühnern. Im Frühjahr diesen Jahres habe ich dem Hahn wegen seiner dauernden Kräherei die Gurgel umgedreht verstarb plötzlich und unerwartet - vermutlich wegen Begattungsstreß - der einzige Hahn.
Seit heute mittag kräht es von nebenan erneut: anscheinend hat Herr Nachbar Frau Nachbar mit einem Hahn ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk gemacht (die Hühner hat sie vor zwei Jahren zum Geburtstag bekommen).
Der neue Hahn kräht in einer Tour, mag es nun Aufregung über die neue Umgebung, Balzverhalten gegenüber seines neuen Hühner-Harems oder eine besondere Eigenart von ihm sein.
Und das ist nicht gut. (Statt Fondue könnte ich morgen eigentlich auch Hähnchen servieren ...)
Dorfleben III
Wenn man so auf dem Dorf lebt und hier auch noch ein Geschäft betreibt/betrieben hat, kennt einen ja Jan und alle Mann. Ist man jedoch, so wie ich, nur zugereist und trennt sich in einer NachtundNebel-Aktion von einem der Eingeborenen, kann es sein, daß man nicht mehr gegrüßt wird, die Leute sogar die Straßenseite wechseln, wenn man mit dem Hundchen Gassi geht.
Hat man endlich jemandem gefunden, aus dem man die kursierenden Gerüchte herauspressen kann, weiß man wenigstens, warum sie dies tun.
Klärt man diese Gerüchte bei der richtigen Person (eine "Dorfzeitung" gibt es wohl überall) auf, kann man sicher sein, daß man spätestens nach zwei Tagen wieder von allen gegrüßt wird (daß der ehemalige Lebensgefährte jetzt ignoriert wird, kann einem ja schnurzpiepe sein ...)
Und das ist gut so.
Dorfleben IV
Die Hälfte der Einwohner unseres Dorfes sind Bauern. Und man gewöhnt sich daran, daß diese mit ihrem Trecker mal schnell am Straßenrand Halt machen, um im Kiosk Zigaretten holen zu gehen oder beim Dorfarzt ein Rezept abzuholen.
Wenn jedoch vor der örtlichen Volksbank-Filiale ein Pferd angebunden steht, ist es auch hier recht ungewöhnlich (schade, daß ich keine Kamera mithatte).
Und das ist ein Grund, warum ich hier nicht mehr weg will.
SingleMama - 2005.12.23, 15:29
Alltäglicher Wahnsinn
meine offizielle letzte Arbeitsminute in diesem Jahr neigt sich dem Ende zu.
Jawoll, endlich Urlaub ...
Allen, die jetzt noch bei der Arbeit sitzen, einen besonders schönen Gruß.
SingleMama - 2005.12.23, 11:12
Kollegiales
gibt es überall - natürlich gibt es auch die nette Variante, tatsächlich tritt jedoch in meinem Bereich (Reklamationen) kumuliert nur die nervige Abart auf.
Am meisten ärgert mich jedoch die Anrede "Fräulein". Da krisch isch die Krise. Die Krise ist jedoch noch steigerungsfähig, wenn man mich herablassend als "Frollein" tituliert und bei "Frolleinchen" sah man mich schon vor Wut in den Schreibtisch beißen.
Liebe Kunden: die Anrede "Fräulein" ist heutzutage nicht mehr gebräuchlich. Außerdem bin ich eine Tattergreisin von 36 Jahren, habe bereits eine Ehe und die dazugehörige Scheidung hinter mir, bin Mutter einer Tochter und darum bestehe ich auf der Anrede "Frau". Und wenn ihr weiterhin meinen Nachnamen derart verunstaltet, lege ich Euch irgendwann die Telefonstrippe um den Hals und ziehe sie langsam und genüsslich zusammen, bis ihr es gelernt habt.
So!
SingleMama - 2005.12.23, 09:13
Kollegiales
Fragt man mein Kind, wird es vermutlich zu Protokoll geben, daß ich eine strenge Mutter bin. Fragt man dagegen mich, muss ich zugeben, daß ich – vor allem in letzter Zeit – eher lasch bin und die angedrohten Konsequenzen recht selten umsetze; zum einen, weil mir einfach im Moment die Kraft für jegliche Auseinandersetzungen mit meiner Tochter fehlt, zum anderen, weil sie es blendend versteht, mich um einen ihren kleinen Finger zu wickeln.
Doch seit zwei Tagen setze ich eine am Mittwoch angedrohte Konsequenz um: morgens wird kein Fernsehen mehr geschaut. Grund dafür ist die andauernde Trödelei meiner Tochter und damit ausbrechende Hektik bei der Mutter. Und nachdem am Mittwoch die Trödelei ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat, vereinbarten wir gemeinsam: ab morgen kein Fernsehen mehr, wir hören Musik (okay, ich sprach das Machtwort und blockte jegliche Wutanfälle meiner Tochter mit einem bösen Blick sowie der Erinnerung an das Christkind, das nur lieben Kindern Geschenke bringt, gleich ab).
Habe ich bei Musik eigentlich vordergründig an Radio hören gedacht, habe ich die Rechnung ohne meine Tochter gemacht: in einem Anfall von Großzügigkeit habe ich ihr versprochen, daß sie aussuchen dürfe, was wir hören. Und so treibt seit zwei Tagen Schnappi mit seinen Weihnachtsliedern bei uns sein Unwesen. Das Schlimmste daran: mir geht dieser Scheiß jetzt überhaupt nicht mehr aus dem Kopf *gna*.
By the way: ab morgen ist es vorbei mit dem Druckmittel „Christkind“. Ich kann doch dann nicht schon mit dem Osterhasen drohen …
SingleMama - 2005.12.23, 08:32
Kindereien